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Prognosestudie 2025: Interesse an der Heimtierhaltung bleibt stabil

Auf der Interzoo 2016, der Weltleitmesse für Heimtierbedarf, haben der Industrieverband Heimtierbedarf e.V. (IVH) und der Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe e.V. (ZZF) die wichtigsten Ergebnisse der von ihnen in Auftrag gegebenen „Prognosestudie zur Heimtierhaltung in Deutschland bis zum Jahr 2025“ vorgestellt.

Die Studie sagt voraus, dass das Interesse an einem Zusammenleben mit Heimtieren auch in zehn Jahren stabil sein wird. Noch beliebter als bisher werden Katzen, Hunde und Zierfische sein.

Die von dem Marktforschungsinstitut GIM – Gesellschaft für innovative Marktforschung, durchgeführte „Prognosestudie über die Entwicklung der Heimtierpopulation in Deutschland“ sagt voraus, dass die Anzahl von Katzen und Hunden bis zum Jahr 2025 um 2 Prozent steigen wird.

Ebenfalls zunehmen wird die Anzahl der Aquarien (+2 Prozent) und der Gartenteiche mit Zierfischen (+3 Prozent). Auf einem nahezu gleichen Niveau bleibt das Interesse an der Haltung von Kleinsäugern (-1 Prozent), leicht rückläufig ist der Besitz von Terrarien (-2 Prozent).

In der Ziervogelhaltung wird sich voraussichtlich der negative Trend aus den vergangenen Jahren fortsetzen (-6 Prozent).
Die Heimtierhaltung der Zukunft

Die Ergebnisse der Prognosestudie basieren auf umfangreichen Befragungen und Analysen verschiedener Datenquellen. Demnach wird die Heimtierhaltung in der Zukunft auch weiterhin von den demografischen Haupteinflussfaktoren Wohnsituation, Garten, Familie und Lebensphase geprägt sein. Faktoren wie Alter, Einkommen und Reisen werden hingegen keine signifikanten Auswirkungen zugeschrieben.

Neben diesen demografischen Rahmenbedingungen wird die Heimtierhaltung auch durch die sich verändernden gesellschaftlichen Einstellungen und Werte mit bestimmt:

Bei der Analyse der Einstellung offenbart die Prognosestudie den Wunsch nach Verständnis für die Natur und Tiere: Heimtiere fungieren nicht primär als Ersatz für fehlende Bezugspersonen, sondern es lassen sich vor allem beziehungsfähige oder gebundene Menschen auf das Leben mit Heimtieren ein.

Der Anschaffung von Heimtieren geht ein vernünftiger Entscheidungsprozess voraus, bei dem die eigenen Lebensbedingungen und die Bedürfnisse der Tiere miteinander abgewogen werden. Menschen, die sich für das Leben mit Heimtieren entschieden haben, schätzen ihre Tiere als treue Begleiter, die zu einer emotionalen Stabilität beitragen in einer Welt, die von den Befragten tendenziell zunehmend als rau und unpersönlich empfunden wird.

Um eine möglichst präzise Aussage über die zukünftige Entwicklung der Heimtierpopulation abgeben zu können, war es erforderlich, sich mit verschiedenen Zukunftsszenarien der Lebenswelten auseinander zu setzen. Im Ergebnis lassen sich diese Szenarien wie folgt beschreiben:

1. Vorwärts in die Natur – Zurück in die Vorstadt

Der Traum vom Eigenheim, Naturverbundenheit und Partnerschaftlichkeit stehen hier im Vordergrund. Hunde, Katzen und Nutztiere wie Hühner dürfen sich so frei wie möglich bewegen. Auch simulierte Naturwelten in Teichen und Aquarien sind beliebt. Die Tierpopulation nimmt insgesamt zu – nur die Zahl in Gehegen gehaltener Tiere wie Ziervögel oder Terrarientiere sinkt.

2. Hypermobile Naturfreunde in Teilzeit

Um ihre Karriere zu fördern, leben die Menschen in städtischen Mietwohnungen. Ihre Sehnsucht nach Freiheit und Natur leben sie in Teilzeit durch Ausflüge, Gärten oder Heimtiere aus. Den mobilen Naturfreunden sind die Themen Nachhaltigkeit, bewusster Konsum und Umweltschutz besonders wichtig.

Da sowohl Tierliebe als auch Flexibilität großgeschrieben werden, springen Dienstleister wie Tier-Tagesstätten oder Pflegeservices bei der Betreuung ein. Die Population wächst bei allen Tierarten, am schwächsten bei Kleintieren und Ziervögeln. Dieses Szenario halten Experten für ziemlich wahrscheinlich.

3. Technologieverliebte, urbane Traditionalisten

Ein städtisches Umfeld und ein Streben nach Status sorgen für Stress. Aus einem Bedürfnis nach Sicherheit und Routine werden Tiere aufgrund ihrer sozialen Vorteile gehalten, zum Beispiel als Sportpartner oder pädagogische Erziehungshilfe für Kinder. Tierbesitzer sind aufgeschlossen gegenüber Online-Diensten wie Apps, die den Umgang mit Tieren unterstützen.

Kleintiere oder nicht so langlebige Tiere werden bevorzugt, da sie nicht allzu viel Zeit kosten. Die Zahl von Hunden, Ziervögeln und Terrarien sinkt, die Population von Kleintieren, Aquarien und Gartenteichen bleibt gleich, die Zahl der Katzen steigt. Den Einfluss dieses Szenarios schätzen Experten ebenfalls als ziemlich hoch ein.

4. Adaptive Rationalisten

Die Karriereorientierung erfordert hohe Mobilität und sorgt für eine instabile Lebenswelt im städtischen Lebensraum. Tiere werden als Statussymbole oder Deko-Elemente (z.B. Terrarien oder Aquarien in der Wohnung) geschätzt.

Da der Aufwand der Tierhaltung als recht hoch eingeschätzt wird, gewinnen alternative Kontaktwege wie Katzen-Cafés, Streichel-Zoos oder tiergestützte Therapie an Bedeutung. Die Tierpopulation nimmt insgesamt ab.


Als zukunftsfähige Märkte benennt die Studie vor allem die drei folgenden Bereiche:

  • Futtermittel und Nahrungsergänzungsmittel, die das wachsende Bedürfnis nach gesunder, nachhaltiger, artgerechter Ernährung berücksichtigen
  • Dienstleistungen für die Betreuung und Erziehung von Heimtieren – dazu zählen auch Unterhaltungsprogramme, Tierbesuchsdienste, tiergestützte Interventionen, naturpädagogische Projekte etc.
  • Equipment für Tiere wie Tierrollstühle, Intelligenzspielzeuge oder Brustgeschirre für Hunde


„Die Studie verdeutlicht, wie wichtig eine gute Aufklärung über die Bedürfnisse der Tierarten ist, sodass Tierfreunde ein Heimtier wählen können, das zu ihnen passt – zum Wohnort, zu ihrem Lebensstil, zu den familiären Verhältnissen etc.“, erklären Norbert Holthenrich, Präsident des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe e.V. (ZZF) und Georg Müller, Vorsitzender des Industrieverbandes Heimtierbedarf e.V. (IVH) einhellig.

„Wir brauchen deshalb eine Vielfalt an Heimtieren wie Fische, Reptilien, Vögel und Vierbeiner wie Hund, Katze und Kleinsäuger.“

Zur Erhebungsmethode

Die Ergebnisse basieren auf einem mehrstufigen Untersuchungsprogramm. Neben der Auswertung von umfangreichen Datenquellen aus bestehenden Studien und Prognosen von demografischen Einflussfaktoren bildete eine bundesweit repräsentative Befragung unter 3200 Haushalten eine weitere wichtige Basis.

Die Resultate dienten insbesondere dazu, die relevanten Einflussfaktoren auf den Heimtierbesitz heraus zu arbeiten. Die sich hieraus ergebenden Schlüsselfaktoren wurden dann in qualitativen Expertengesprächen besprochen und im Ergebnis in vier Zukunftsszenarien zusammengefasst.

Die Szenarien, deren Wahrscheinlichkeiten und Auswirkungen auf die Heimtierhaltung. haben anschließend eine Gruppe mit 34 Experten aus verschiedenen Wissenschafts- und Kompetenzbereichen in einem Workshop eingehend diskutiert. Alle diese Einzelschritte bildeten die Grundlage für die Berechnung der Heimtierpopulationen bis zum Jahre 2025.


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